Das Team „Europa für alle“ besteht aus Studierenden und Dozenten der Europa-Studien an der Technischen Universität Chemnitz, das ein experimentelles Bürgerprojekt konzipiert und dieses in Kooperation mit der Stadt Chemnitz durchführt hat. Das Team hatte festgestellt, dass europaweit die Unzufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit der EU wächst und wollte diesem Problem mit einem Projekt auf den Grund gehen.

Zuerst wurden über eine Stichprobe beim Einwohnermeldeamt 1.000 Adressen zufällig ausgewählt, diese Bürger angeschrieben und zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Die erste Informationsveranstaltung fand am 15. November 2017 im großen Hörsaalgebäude der TU Chemnitz statt. Herr Prof. Matthias Niedobitek, Jurist und Projektleiter, erläuterte den Gästen das Konzept des Projekts.

In einer Vorbereitungsphase von Anfang Januar bis Ende April 2018 wurden die Teilnehmer mit Informationsbriefen auf den gleichen Wissensstand über die EU gebracht, damit alle in der Lage waren, sich gleichberechtigt miteinander zu beraten. Die Informationsbriefe waren dabei so objektiv und distanziert wie möglich formuliert, um die Teilnehmer so wenig wie möglich zu beeinflussen. In monatlichen Diskussionsrunden zwischen Januar und April wurden die Inhalte der Informationsbriefe besprochen. Dabei sollten Fragen beantwortet und erste Streitthemen aufgedeckt werden.

Der Höhepunkt des Projekts war die Bürgerkonferenz, die vom 4. bis 6. Mai 2018 im Rathaus der Stadt mit ca. 50 Chemnitzerinnen und Chemnitzern stattgefunden hat. Die Teilnehmer haben in kleinen Gruppen bestimmte Themen be- und einen Forderungskatalog erarbeitet, der ihre Thesen, Vorschläge und Visionen zur Zukunft der EU bündelt. Das „Chemnitzer Manifest“ wurde bei der öffentlichen Abschlussfeier am 6. Mai eingeladenen Politikern übergeben.

Die Forderungen des Chemnitzer Manifests und weitere Informationen unter: www.europa-fuer-alle.de

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