Die Freiwilligen von Chemnitz sind die Botschafter:innen der Kulturhauptstadt Europas. Drei junge Freiwillige waren im Januar in der europäischen Kulturhauptstadt des Jahres 2024 Tartu und berichten von der Eröffnung und ihren Eindrücken.

Tartu 2024 Extended meets Chemnitz 2025

Am 25. Januar 2024 machten wir – Hermine, Linda und Nicolas – uns auf den Weg nach Südestland. Dort befindet sich Tartu, eine der europäischen Kulturhauptstädte im Jahr 2024. Wir erhielten die Gelegenheit, an der Eröffnungszeremonie teilzunehmen und hautnah zu erleben, was es für eine Region bedeutet, diesen Titel zu tragen.

Die Eröffnungsveranstaltungen waren besonders eindrucksvoll. In der Region gab es mehrere kleine Eröffnungen, um den Fokus auch auf die Städte und die Umgebung rund um Tartu zu lenken. Neben einer solchen kleineren Eröffnung durften wir auch die große Eröffnung in Tartu erleben. Hier gab es ein Bühnenprogramm mit viel Tanz und Musik, bei welchem stets Kinder mit einbezogen wurden. Die Atmosphäre war bezaubernd. Wir alle waren gut gelaunt und bereit, die Eröffnung der Kulturhauptstadt zu feiern. Nach dem Bühnenprogramm begannen DJs auf dem Marktplatz zu spielen und später am Abend gab es einen großen Rave am Nationalen Museum von Tartu. Alle tanzten, hatten Spaß und verbreiteten gute Laune. Vor allem der internationale Gedanke der Kulturhauptstadt war hier besonders stark zu spüren und sorgte dafür, dass wir uns alle wohl und zu Hause in einer für uns komplett fremden Stadt fühlten.

Unser großes Ziel war es, das Jugendprogramm von Tartu (Tartu2024 Extended) in den nächsten drei Wochen bei der Umsetzung einer Party für 14- bis 20-Jährige zu unterstützen. Diese „Youth Party“ kann ohne Zweifel als Erfolg verbucht werden und sollte als Vorbild für ähnliche Veranstaltungen in Chemnitz dienen. Es war ermutigend zu sehen, wie gut das Event von der lokalen Jugend aufgenommen wurde. Auch in Chemnitz besteht Bedarf und genügend Möglichkeiten, Veranstaltungen speziell für die junge Bevölkerung zu organisieren. Besonders mit Blick auf den vergleichsweise hohen Altersdurchschnitt in der Stadt ist dieses Vorhaben von großer Bedeutung.

Diese Reise war für uns alle etwas Besonderes. Wir hatten die Möglichkeit, neun andere Freiwillige aus verschiedenen europäischen Kulturhauptstädten kennenzulernen und gemeinsam zu erfahren, was es bedeutet, auf europäischer Ebene zusammenzuarbeiten. Die Projektarbeit war eine tolle Gelegenheit, sich unabhängig von Alter, Herkunft und Erfahrung auszutauschen, und neue Fähigkeiten zu erlangen, die wir in unsere Heimatstadt mitnehmen konnten. Unser Aufenthalt in Tartu war eine bedeutende Lernerfahrung für die Kultur- und Freiwilligenarbeit in Chemnitz. Es ist wichtig, Projekte von und für Jugendliche weiterhin zu entwickeln und umzusetzen, um ein Angebot zu schaffen, das ihnen ein Gefühl der Zugehörigkeit und Repräsentation vermittelt.
Obwohl wir letztendlich alle Botschafter:innen unserer Länder und Regionen waren, haben wir vor allem gelernt, dass es bei einer Kulturhauptstadt nicht nur um den Ort an sich geht. Es geht darum, die Menschen zusammenzuführen und zu lernen, was es bedeutet, Europäer:in zu sein. Gerade deshalb freuen wir uns darauf, diese Motivation und Energie mit nach Chemnitz in unser Freiwilligenprogramm zu nehmen, damit wir die Menschen hier genauso begeistern können

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