Geschichten von Garagennutzer:innen werden künstlerisch erzählt

Der Architekt, Fotograf und Künstler Martin Maleschka startet am 27. April eine erste Sammelaktion für Objekte und Fundstücke aus Chemnitzer Garagen. Mit den geliehenen Gegenständen richtet er im Aufzug der denkmalgeschützten Hochgarage „Stern Garage“ im Museum für sächsische Fahrzeuge die Installation „Ersatzteillager“ ein. Diese Ausstellung wird im Herbst 2024 als eines der ersten Projekte für das Kulturhauptstadtjahr eröffnet.  

#3000Garagen gehört zu den Hauptprojekten für Chemnitz 2025. Das Team um Kuratorin Agnieszka Kubicka-Dzieduszycka richtet den Fokus auf die etwa 30.000 Garagen, die das Chemnitzer Stadtbild seit DDR-Zeiten prägen. Die Garagen waren und sind bis heute mehr als Abstellplätze für Fahrzeuge: Sie sind Gemeinschaftsorte, lebendige Archive, Kreativlabore und Kulturgut. Ziel ist es, diese vielfältigen Aspekte im Kulturhauptstadtjahr mit verschiedenen Kunstprojekten erlebbar zu machen.

Martin Maleschka versteht sich als Vermittler des baulichen und künstlerischen Erbes der DDR. Ob Trabi-Rücklicht, Schraubensammlung, ein Kalender von 1993 oder der Gepäckträger eines Kinderfahrrads – Garagen sind wahre „Ersatzteillager“. Damit aus den Garagen-Fundstücken eine kollektive Skulptur entstehen kann, bittet Maleschka die Chemnitzer:innen um aktive Unterstützung. In mehreren #3000Garagen-Sprechstunden nimmt der Künstler Leihgaben aus Chemnitzer Garagen entgegen. Die erste findet am 27. April von 10 bis 15 Uhr im Garagenhof in der Stollberger Straße 121 statt. Weitere Termine im Juni und September werden zeitnah bekannt gegeben.  

Martin Maleschka stellt die Sammelaktion im Rahmen des Projektes #3000Garagen vor, die am 27. April 2024 startet.

Mit den Objekten sammelt Martin Maleschka auch die individuellen Geschichten, die dahinterstecken. Aktuell sind in den Chemnitzer Garagenhöfen auch die Künstlerin Cosima Terrasse und die Fotografin Maria Sturm unterwegs. Sie treffen Garagennutzer:innen, um deren Biografien zu erfahren. 2025 werden die Gesichter der Menschen in der ganzen Stadt gezeigt. Der Einzelhandel wird für die Porträts der preisgekrönten Fotografin Maria Sturm zu einer einzigartigen Galerie. Händlerinnen und Händler sind eingeladen, Ausstellungsfläche in ihren Läden zur Verfügung zu stellen.  

Neben Künstlerinnen und Künstlern werden sich in den kommenden Monaten auch Studierende, Architekt:innen und Wissenschaftler:innen aus unterschiedlichen Bereichen mit den Garagen und Garagenhöfen beschäftigen. Sie erforschen beispielsweise den kulturellen Wert der Chemnitzer Garagen, analysieren typische Praktiken aus Garagen, wie Reparatur, Upcycling oder Autodidaktentum. Für diesen Sommer sind außerdem drei Garagenkonzerte in Höfen auf dem Kaßberg, in Euba und in Altendorf sowie ein Fahrradkino geplant. 

Damit das Projekt #3000Garagen für die Besucherinnen und Besucher im Kulturhauptstadtjahr zu einem vielfältigen Erlebnis wird, werden weiterhin Interviewpartner:innen gesucht, die eine Garage nutzen, sowie Garagengemeinschaften, die sich beteiligen möchten.  

Kontakt zum Team #3000Garagen: 
3000garagen@chemnitz2025.de oder 0371/22563102

Foto: Peter Rossner

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