Modified Social Bench for Jahnsdorf #1

Inspiriert von den Bänken im New Yorker Central Park und aus seiner Auseinandersetzung mit Themen wie „Nähe und Distanz“ entwickelte der 1974 in Kopenhagen/Dänemark geborene und in Berlin lebende Künstler Jeppe Hein eine Serie von Skulpturen mit dem Titel „Modified Social Bench“.

Die typische, weltweit anzutreffende Anordnung von Sitzflächen, Lehnen und Winkeln sowie die Höhe von Bänken als Teil der Stadtmöblierung verändert der Künstler so, dass das Sitzen zu einem sowohl körperlichen als auch nonverbal kommunikativen Akt wird. Heins speziell für den Standort Jahnsdorf konzipiertes Bankobjekt bildet durch Rundungen und Höhenunterschiede einen Parcours, der zum dynamischen Sitzen, Liegen oder auch Rutschen einlädt. Auf spielerische Weise löst er so auch das gängige Prinzip des Verbots der direkten Berührung oder Benutzung von Kunst auf und stellt Fragen nach den Konventionen im Umgang mit dem Kunstwerk. Hein weitet seine Fragestellung auch auf die heute gängigen funktionalen Objekte des öffentlichen Raums selbst aus, die von Kommunen und Gemeindeverwaltungen üblicherweise aufgestellt und initiiert werden: Versiegelte Flächen, Stadtbänke, Spielplatz-Mobiliar oder auch Design Skulpturen. In der Folge verschwinden egalitäre und offene Orte zunehmend, werden unbrauchbar gemacht oder verschlossen, mit dem Ziel, sie vor Vandalismus, Zweckentfremdung oder Sabotage zu schützen.

Dieser kontrollierenden und ausgrenzenden Gestaltung des urbanen Raums begegnet der Künstler gemeinsam mit Jahnsdorfer Bürgerinnen und Bürgern mit einem Kunstwerk an einem nicht gestalteten Ort unterhalb des Bahnhofs. Hier eröffnet Hein mit seiner 2024 geschaffenen Skulptur „Modified Social Bench for Jahnsdorf #01“ auf spielerische Weise ein Feld zwischenmenschlicher Kommunikation, in dem die Begegnung von Menschen im Mittelpunkt steht.

15 Uhr Begrüßung mit Sektempfang

15 – 16 Uhr Grußworte und Einführung in das Kunstwerk

  • Albrecht Spindler, Bürgermeister Gemeinde Jahnsdorf/Erzgebirge
  • Staatssekretär Prof. Thomas Popp, Beauftragter der Sächsischen Staatsregierung für die Kulturhauptstadt Europas 2025
  • Knut Kunze, Bürgermeister für Recht, Sicherheit und Umweltschutz, Stadt Chemnitz
  • Stefan Schmidtke, Geschäftsführer Programm Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 gGmbH

In die Arbeit Jeppe Heins führen ein:

  • Alexander Ochs, Kurator des PURPLE PATH
  • Dr. Uta Ruhrkamp, Senior Curator, Kunstmuseum Wolfsburg

16 – 17 Uhr Gemeinsamer Spaziergang durch die Streuobstwiese und Aktion „Breath with me“

Der Kunst- und Skulpturenweg PURPLE PATH

Die Landschaften um Chemnitz – das Erzgebirge, Mittelsachsen, das Zwickauer Land – sind tief geprägt von der 850-jährigen Geschichte des Bergbaus. Der Abbau von Silber, Zinn, Kobalt, Kaolin und Wismut hat das Leben bestimmt; alle Wege, Straßen, Siedlungen haben irgendwie damit zu tun. Es ist eine Geschichte mit Höhen und Tiefen, die im 21. Jahrhundert neu entdeckt werden will.

»C the Unseen« lautet das Leitmotiv der Kulturhauptstadt Europas 2025. Chemnitz und die Region werden Besucher:innen aus der ganzen Welt empfangen. Ein zentrales künstlerisches Angebot ist der Kunst- und Skulpturenweg des PURPLE PATH mit Arbeiten von internationalen und sächsischen Künstler:innen.

Kuratiert von Alexander Ochs orientiert sich der PURPLE PATH am Narrativ „Alles kommt vom Berg her“ und verbindet 38 Kommunen im Erzgebirge, in Mittelsachsen und dem Zwickauer Land mit der Europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz 2025.

Mit Jeppe Heins „Modified Social Bench“ in Jahnsdorf, sind bislang insgesamt neun Kunstwerke fest installiert: von Nevin Aladağ in Zwönitz, Tony Cragg in Aue-Bad Schlema, Friedrich Kunath in Thalheim, Tanja Rochelmeyer in Flöha, Carl Emanuel Wolff in Ehrenfriedersdorf, Uli Aigner in Lößnitz, Iskender Yediler in Lichtenstein/Sa., Gregor Gaida in Oederan, Alice Aycock in Seiffen und Jay Gard in Olbernhau.

Foto: Ernesto Uhlmann

Text: Ulrike Pennewitz / Alexander Ochs

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