Dauer: 55 min
Information: Ohne gesprochenes Wort
Winter 2005 in den chilenischen Anden. Eine militärische Übung, schlecht vorbereitet, schlecht ausgerüstet. Bei einem Marsch am Vulkan Antuco sterben 44 junge Rekruten und ein Unteroffizier an Kälte und Erschöpfung. Was bleibt, sind Leere, Wut und Unverständnis im ganzen Land. Die Gruppe Silencio Blanco aus Santiago de Chile wählt bewusst diese tief nachwirkende Tragödie für ihr Stück. Nicht das erschütternde Manöver wird thematisiert, sondern das, was danach kommt: das Warten, das Zurückbleiben, der Alltag der Familien. Der Situation angemessen, entwerfen die Künstler:innen ein konzentriertes Figurentheater, ohne ein einziges Wort. Mit scharfer szenischer Bildsprache werden die Militarisierung der Jugend und die Verknüpfung ihres Lebensunterhalts mit der Institution Armee behandelt.
Vom 18. Juni bis 5. Juli 2026 steht Chemnitz im internationalen Rampenlicht: Deutschlands größtes internationales Theaterfestival „Theater der Welt“ kommt nach Chemnitz – direkt im Anschluss an das Kulturhauptstadtjahr 2025. Drei Wochen lang wird Chemnitz zum Treffpunkt für Künstler:innen, Zuschauer:innen und Theaterbegeisterte aus aller Welt. Auf Bühnen, im Stadtraum und an außergewöhnlichen Orten entsteht ein lebendiges Fest der darstellenden Künste, das Grenzen überwindet und Geschichten aus allen Teilen der Welt zusammenbringt.
Die Gestaltung des Festivalprogramms übernehmen neun internationale Kurator:innen aus Australien, Kanada, Kolumbien, Argentinien, Südafrika, Griechenland, Jordanien, Indien, Senegal und China. Im November treffen sie sich in Chemnitz, um rund 40 herausragende Produktionen auszuwählen – Arbeiten, die sie zuvor in ihren Regionen gesichtet haben. So entsteht ein inspirierendes Panorama aktueller Theaterformen, Sprachen und Perspektiven.