Dauer: 1h 50 min
Information: In Englisch, Tamil und Sinhala mit deutscher und englischer Übertitelung
1948: Unabhängigkeit für Ceylon, das heutige Sri Lanka. Ein neues Land, ein neues Wir, ein neues Versprechen. Aber niemand weiß zu diesem Zeit punkt so genau, was dieses neue „Wir“ eigentlich meint. Seit dem Ende des britischen Kolonialreichs besteht Sri Lanka nunmehr 70 Jahre als unabhän giger Staat. In etwas freier Übersetzung des Titels: „Ganz ehrlich, liebe Kinder ...“ beginnt eine Rückschau, deren besondere dramatische Qualität eine Verunsicherung ist. Stages Theatre Group, die seit 25 Jahren mit künstlerischen Aktionen, ungewöhnlichen Formaten und in stets wechselnden Konstellationen arbeitet, bringt in dieser Inszenierung Stimmen zu Gehör, die sich erinnern, ohne sich einig zu sein: Momente, die größer werden als sie zunächst scheinen.
Sieben Szenen, sieben Jahrzehnte. Keine lineare Erzählung, sondern eine Abfolge von Situationen, in denen sich Macht verschiebt, Zugehörigkeit neu verteilt und Gewalt langsam normalisiert wird. Statt historischer Erklärung liefert der Theaterabend ein für europäische Zuschauer:innen aufregend unbekanntes Mosaik aus Momenten, Bildern und körperlichen Zuständen in einer weitgehend ungewohnten Bildsprache: Ein Bus, der zunächst alle mitnimmt und am Ende nur noch wenige. Ein Tanz, der aus jugendlicher Energie entsteht und in blanke Zerstörung kippt. Und schließlich eine weibliche Stimme, alt und müde, die von Vertreibung erzählt, als gehöre sie zum Alltag.
Vom 18. Juni bis 5. Juli 2026 steht Chemnitz im internationalen Rampenlicht: Deutschlands größtes internationales Theaterfestival „Theater der Welt“ kommt nach Chemnitz – direkt im Anschluss an das Kulturhauptstadtjahr 2025. Drei Wochen lang wird Chemnitz zum Treffpunkt für Künstler:innen, Zuschauer:innen und Theaterbegeisterte aus aller Welt. Auf Bühnen, im Stadtraum und an außergewöhnlichen Orten entsteht ein lebendiges Fest der darstellenden Künste, das Grenzen überwindet und Geschichten aus allen Teilen der Welt zusammenbringt.
Die Gestaltung des Festivalprogramms übernehmen neun internationale Kurator:innen aus Australien, Kanada, Kolumbien, Argentinien, Südafrika, Griechenland, Jordanien, Indien, Senegal und China. Im November treffen sie sich in Chemnitz, um rund 40 herausragende Produktionen auszuwählen – Arbeiten, die sie zuvor in ihren Regionen gesichtet haben. So entsteht ein inspirierendes Panorama aktueller Theaterformen, Sprachen und Perspektiven.