Wie produziert man Kunst, in einem Land, das sich im Krieg befindet? Welche Rolle spielen Geschichte und Erinnerung, um die Gegenwart zu verstehen? Und was bleibt von einem Menschen, wenn ihm Geschichte genommen wird? Über diese und andere aktuelle Fragen spricht die Autorin Sofia Andruchowytsch am 26. Mai in der Veranstaltungsreihe „Einblicke in das Festival Theater der Welt“ mit dem Regisseur Dušan David Pařízek.
Sofia Andruchowytsch gehört zu den wichtigsten literarischen Stimmen der Ukraine. In ihrer vielbeachteten Romantriologie „Amadoka“ verwebt sie die persönlichen Geschichten dreier Frauen und spannt damit einen Bogen über ein ganzes Jahrhundert ukrainischer Geschichte. Erinnerung als etwas, das manipuliert oder auch ausgelöscht werden kann, ist eines der zentralen Motive in ihren Büchern.
Der tschechische Regisseur Dušan David Pařízek bringt „Amadoka“ in einer Theaterfassung mit einem herausragenden Ensemble Prager Schauspieler:innen auf die Bühne. Nach der Uraufführung am 1. April 2026 am Theater Divadlo X10 in Prag kommt die Inszenierung, die als Koproduktion mit dem Festival Theater der Welt entsteht, am 27. und 28. Juni nach Chemnitz. Dušan David Pařízek, bekannt für seine Theaterarbeiten in Hamburg, Wien und Zürich, inszeniert diesen Stoff bewusst in seiner Heimat.
Moderiert wird der Abend von Stefan Schmidtke und Dr. Christoph Dittrich, den Intendanten des Festivals Theater der Welt Chemnitz 2026. Das Gespräch findet auf Englisch statt und wird simultan ins Deutsche übersetzt.