Dauer: 1 h 30 min
Information: In portugiesischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung
Mit 77 Jahren betritt Ana Gigi aus Kap Verde in Lissabon zum ersten Mal als Darstellerin einen Theaterraum. An ihrer Seite ist Keli Freitas aus Brasilien. Sie ist Migrantin in Portugal und arbeitet als Künstlerin. Die beiden Frauen präsentieren sich an diesem Abend im Theater als Chronistinnen ihrer jeweiligen Herkunft. Mit der Suche nach den Spuren von Freitas’ portugiesisch brasilianischer Familiengeschichte begann für die junge Künstlerin nicht nur eine persönliche, sondern auch eine politisch motivierte Recherchearbeit zu aktuellen Fragen der Zugehörigkeit und Staatsbürgerschaft. Zu erleben ist ein sich über vier Generationen spannender, ebenso tiefgründiger wie gefühlvoller Theaterabend über Nähe, Erinnerung – und über das Recht, da zu sein.
Vom 18. Juni bis 5. Juli 2026 steht Chemnitz im internationalen Rampenlicht: Deutschlands größtes internationales Theaterfestival „Theater der Welt“ kommt nach Chemnitz – direkt im Anschluss an das Kulturhauptstadtjahr 2025. Drei Wochen lang wird Chemnitz zum Treffpunkt für Künstler:innen, Zuschauer:innen und Theaterbegeisterte aus aller Welt. Auf Bühnen, im Stadtraum und an außergewöhnlichen Orten entsteht ein lebendiges Fest der darstellenden Künste, das Grenzen überwindet und Geschichten aus allen Teilen der Welt zusammenbringt.
Die Gestaltung des Festivalprogramms übernehmen neun internationale Kurator:innen aus Australien, Kanada, Kolumbien, Argentinien, Südafrika, Griechenland, Jordanien, Indien, Senegal und China. Im November treffen sie sich in Chemnitz, um rund 40 herausragende Produktionen auszuwählen – Arbeiten, die sie zuvor in ihren Regionen gesichtet haben. So entsteht ein inspirierendes Panorama aktueller Theaterformen, Sprachen und Perspektiven.