Dauer: 1 h 20 min
Information: Traditionelle Ainu-Lieder, ohne gesprochenes Wort
Ein Fluss teilt die Landschaft. Eine Eisenbahnlinie schneidet durch Berge. Etwas muss hindurch, obwohl großer Widerstand da ist. kuste bedeutet in der Ainu-Sprache der indigenen Bevölkerung Nordjapans so viel wie „etwas durch einen Ort hindurchgehen lassen“.
Genau davon erzählt dieser sensorische Theaterabend. Die Bühne wird erfüllt von einer stillen Bilderwelt. Atmosphären laden ganz einfach zum Staunen und Beobachten ein. Die Zuschauer:innen treffen auf die Geschichte und das Leben der Ainu, deren Schicksal eng verbunden ist mit modernen Infrastrukturprojekten, die Landschaften erschließen und zugleich indigene Lebensweisen verdrängen.
Im Zentrum des Abends steht die Recherche über Kaneto Kawamura, den Großvater der auf der Bühne stehenden Performer:innen Mayunkiki und Rekpo. Ein Anführer der Ainu in Asahikawa und Vermessungsingenieur bei der Japanischen Staatsbahn. Er leitete den Bau eines der schwierigsten Eisenbahnprojekte seiner Zeit: der Sanshin-Eisenbahn, die durch die steilen Schluchten des reißenden Tenryu-Flusses führt, der von Nagano durch die Region Oku-Mikawa in Aichi fließt, bevor er in Shizuoka ins Enshu-Meer mündet. In kuste erscheint dieser Bahnbau als Eingriff in Land, Kultur und Erinnerungen, nicht als Fortschritt.
Vom 18. Juni bis 5. Juli 2026 steht Chemnitz im internationalen Rampenlicht: Deutschlands größtes internationales Theaterfestival „Theater der Welt“ kommt nach Chemnitz – direkt im Anschluss an das Kulturhauptstadtjahr 2025. Drei Wochen lang wird Chemnitz zum Treffpunkt für Künstler:innen, Zuschauer:innen und Theaterbegeisterte aus aller Welt. Auf Bühnen, im Stadtraum und an außergewöhnlichen Orten entsteht ein lebendiges Fest der darstellenden Künste, das Grenzen überwindet und Geschichten aus allen Teilen der Welt zusammenbringt.
Die Gestaltung des Festivalprogramms übernehmen neun internationale Kurator:innen aus Australien, Kanada, Kolumbien, Argentinien, Südafrika, Griechenland, Jordanien, Indien, Senegal und China. Im November treffen sie sich in Chemnitz, um rund 40 herausragende Produktionen auszuwählen – Arbeiten, die sie zuvor in ihren Regionen gesichtet haben. So entsteht ein inspirierendes Panorama aktueller Theaterformen, Sprachen und Perspektiven.