Dauer: 1 h 40 min
Information: In rumänischer und russischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung
In Memory Distortion. MIXTAPE läuft die Geschichte als Schleife. Nicht immer vorwärts. Sie springt. Wiederholt sich. Hakt. Sie ist etwas, das immer wieder abgespielt, überspielt, gelöscht und neu aufgenommen wird. So wie auch Erinnerungen, auf die der Titel mit dem psychologischen Fachbegriff Gedächtnisverzerrung anspielt. Memory Distortion. MIXTAPE ist ein Konzert, ein Archiv, eine Versuchsanordnung. Die Inszenierung produziert Musik, die im Moment entsteht wie Gedanken. Stimmen werden gesampelt, geloopt, verzerrt, überschrieben. Regisseurin, Autorin und Performerin Nicoleta Esinencu, Trägerin des ITI-Preises des Jahres 2026, stammt aus Moldau. Das kleine Land mit rumänischer und sowjetischer Vergangenheit und unklarer Zukunft scheint eingeklemmt zwischen West- und Osteuropa. Ihre Performance aus Beats, Video, Texten und Akustik schöpft aus diesem Kontext: Vom kolonialisierten Land über den sozialistischen Staat zur neoliberalen Demokratie stürzt es von einem politischen Bündnis ins nächste. Diese Übergänge hinterlassen Spuren, aber selten Denkmäler. Viele Geschichten haben nie Eingang in die Schulbücher gefunden. Sie existieren als Fragmente, als private Erinnerungen, als Geräusche. Memory Distortion. MIXTAPE macht diesen Zustand hörbar.
Vom 18. Juni bis 5. Juli 2026 steht Chemnitz im internationalen Rampenlicht: Deutschlands größtes internationales Theaterfestival „Theater der Welt“ kommt nach Chemnitz – direkt im Anschluss an das Kulturhauptstadtjahr 2025. Drei Wochen lang wird Chemnitz zum Treffpunkt für Künstler:innen, Zuschauer:innen und Theaterbegeisterte aus aller Welt. Auf Bühnen, im Stadtraum und an außergewöhnlichen Orten entsteht ein lebendiges Fest der darstellenden Künste, das Grenzen überwindet und Geschichten aus allen Teilen der Welt zusammenbringt.
Die Gestaltung des Festivalprogramms übernehmen neun internationale Kurator:innen aus Australien, Kanada, Kolumbien, Argentinien, Südafrika, Griechenland, Jordanien, Indien, Senegal und China. Im November treffen sie sich in Chemnitz, um rund 40 herausragende Produktionen auszuwählen – Arbeiten, die sie zuvor in ihren Regionen gesichtet haben. So entsteht ein inspirierendes Panorama aktueller Theaterformen, Sprachen und Perspektiven.