Dauer: 1 h 15 min
Information: In englischer Sprache mit deutscher Übertitelung
Tanya Tagaq stammt aus Nunavut im Norden Kanadas. Sie ist die derzeit prägnanteste Frauenstimme indigener Kunst in Nordamerika. Und das im vollen Wortsinn: Sie ist Sängerin, sie ist Musikerin, komponiert und sie ist Autorin. Einordnen lässt sich ihre Kunst kaum. Jedes ihrer Werke hat eine Eigenheit. Als Künstlerin und Inuk engagiert sie sich für Minderheiten rechte und Gleichstellung. Ihr Schreiben, ihre Alben und Auftritte vermitteln Millionen Menschen Lebensfreude und Selbstbewusstsein.
Tanya Tagaq eröffnet das Festival THEATER DER WELT in Chemnitz mit einem Blick in den Abgrund zwischen Zerstörung und Rettung. Sie vereint Motive aus ihrem autobiografischen Roman „Split Tooth“, in Deutsch er schienen unter dem Titel „Eisfuchs“, mit Kompositionen aus ihrem aktuellen Album „Saputjiji“ zu einer besonderen literarisch-musikalischen Form.
Entführt wird das Publikum in ein Städtchen am Rande des Eismeers über dem Polarkreis. Tanya Tagaq erzählt von einem heranwachsenden Mädchen, das geprägt wird von der übermächtigen Natur und der sich auf lösenden indigenen Gemeinschaft. Mit poetischer Kraft schildert Tagaq, wie das Kind in den Mythen der Inuit seine Wurzeln entdeckt. Unter Polarlichtern verschwimmen die Grenzen zwischen Mensch und Natur, Zeit und Raum, und es beginnt eine Selbstsuche, die alte Wunden zu heilen vermag.
Vom 18. Juni bis 5. Juli 2026 steht Chemnitz im internationalen Rampenlicht: Deutschlands größtes internationales Theaterfestival „Theater der Welt“ kommt nach Chemnitz – direkt im Anschluss an das Kulturhauptstadtjahr 2025. Drei Wochen lang wird Chemnitz zum Treffpunkt für Künstler:innen, Zuschauer:innen und Theaterbegeisterte aus aller Welt. Auf Bühnen, im Stadtraum und an außergewöhnlichen Orten entsteht ein lebendiges Fest der darstellenden Künste, das Grenzen überwindet und Geschichten aus allen Teilen der Welt zusammenbringt.
Die Gestaltung des Festivalprogramms übernehmen neun internationale Kurator:innen aus Australien, Kanada, Kolumbien, Argentinien, Südafrika, Griechenland, Jordanien, Indien, Senegal und China. Im November treffen sie sich in Chemnitz, um rund 40 herausragende Produktionen auszuwählen – Arbeiten, die sie zuvor in ihren Regionen gesichtet haben. So entsteht ein inspirierendes Panorama aktueller Theaterformen, Sprachen und Perspektiven.