Dauer: 1 h
Information: In russischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung
Als vor 200 Jahren Grenzen zwischen Russland, dem dazugehörigen Großfürstentum Finnland und Norwegen gezogen wurden, durch schnitten diese das Siedlungsgebiet der Skoltsami, einer Volksgruppe der Samen, welche im hohen Nordosten Europas lebt. Das Gesamtsiedlungsgebiet der indigenen Bewohner:innen des europäischen Nordens heißt Sápmi. Die Samen waren gezwungen, sich zu entscheiden, in welchem der neuen Nationalstaaten sie verbleiben sollten. Seit 1826 leben die Samen auf der russischen Seite hinter der Grenze anders als die Samen „auf der anderen Seite“. Die Aufteilung der Samen auf national bestimmte Territorien und der Versuch, sie zu assimilieren, gehören zu einer der historisch-zivilisatorischen Katastrophen europäischer Kolonialisierungs- und Nationalitätenpolitik.
Vom 18. Juni bis 5. Juli 2026 steht Chemnitz im internationalen Rampenlicht: Deutschlands größtes internationales Theaterfestival „Theater der Welt“ kommt nach Chemnitz – direkt im Anschluss an das Kulturhauptstadtjahr 2025. Drei Wochen lang wird Chemnitz zum Treffpunkt für Künstler:innen, Zuschauer:innen und Theaterbegeisterte aus aller Welt. Auf Bühnen, im Stadtraum und an außergewöhnlichen Orten entsteht ein lebendiges Fest der darstellenden Künste, das Grenzen überwindet und Geschichten aus allen Teilen der Welt zusammenbringt.
Die Gestaltung des Festivalprogramms übernehmen neun internationale Kurator:innen aus Australien, Kanada, Kolumbien, Argentinien, Südafrika, Griechenland, Jordanien, Indien, Senegal und China. Im November treffen sie sich in Chemnitz, um rund 40 herausragende Produktionen auszuwählen – Arbeiten, die sie zuvor in ihren Regionen gesichtet haben. So entsteht ein inspirierendes Panorama aktueller Theaterformen, Sprachen und Perspektiven.