Festival erzielte über 90 Prozent Auslastung der Veranstaltungen
Mit knapp 17.000 Besucher:innen und einer Auslastung von 91,8 Prozent geht an diesem Wochenende das Festival THEATER DER WELT zu Ende. Die mehrheitlich ausverkauften Vorstellungen belegen die enorme Publikumsresonanz auf dieses Festival. „Bereits im Vorfeld waren das Interesse und die Neugier auf das Programm groß und haben sich in drei Festivalwochen absolut bestätigt“, sagt Stefan Schmidtke, einer der drei Festivalintendant:innen. „Für mich war das keine Überraschung, denn bereits als Kulturhauptstadt Europas 2025 hat sich Chemnitz als weltoffene Stadt gezeigt. Dass wir mit Förderung von Stadt, Land und Bund das Festival direkt im Anschluss nach Chemnitz holen konnten, war eine kulturpolitisch kluge und weitsichtige Entscheidung, die den positiven Effekt des Kulturhauptstadtjahres lange nachhallen lässt.“ Auch dank großer Medienaufmerksamkeit bis nach Australien und Millionen-Reichweite über die Social-Media-Kanäle, verstärkt durch die beteiligten Künstler:innen aus Indonesien, Iran, Tschechien, Saudi-Arabien, Sri Lanka, Japan, Frankreich, Südafrika, Kolumbien und vielen weiteren Ländern, bleibt Chemnitz im internationalen Fokus.
Viele Menschen besuchten während der drei Festivalwochen mehrere Veranstaltungen. Rund ein Drittel des Publikums reiste von außerhalb an, darunter zahlreiche nationale und internationale Fachbesucher:innen. Das internationale Programm des Festivals wurde von Einführungen und Nachgesprächen zu allen Vorstellungen flankiert. Das große Publikumsinteresse an den öffentlichen Gesprächen mit den Künstler:innen aus aller Welt hat gezeigt, dass Theater ein unverzichtbarer Ort für Begegnung und Austausch ist.
„Für drei Wochen schlug das Herz der internationalen Theaterwelt in Chemnitz. Plätze, Bühnen und Straßen wurden zu Orten der Begegnung, des Staunens und der gemeinsamen Erlebnisse. Menschen unterschiedlicher Herkunft kamen miteinander ins Gespräch, feierten die Vielfalt der Kunst und entdeckten die Stadt neu,“ sagt Festivalintendant Christoph Dittrich.
Das Programm des Festivals ist in einem bislang einzigartigen kollektiven kuratorischen Prozess entstanden: Neun internationale Kurator:innen haben gemeinsam insgesamt 33 Produktionen aus aller Welt nach Chemnitz eingeladen. So konnten sie eine enorme Vielfalt unterschiedlicher Theaterformen und Ästhetiken präsentieren. Diese neue kuratorische Erfahrung reiche weit über dieses Festival hinaus, so Festivalintendantin Inge Ceustermans. „Sie verändert uns alle – Künstler:innen, Kurator: innen, Publikum und Partner. Daraus entstehen neue Kooperationen, Ideen und Formen der Zusammenarbeit, die über unsere Grenzen und Identitäten hinausgehen und ein starkes Zeichen der Hoffnung für unsere gemeinsame Menschlichkeit sind.“
Insgesamt wurden drei Uraufführungen, 11 Europapremieren und 18 Deutschlandpremieren gezeigt. Mit dem umfangreichen kostenlosen Musikprogramm fanden insgesamt mehr als 200 Veranstaltungen mit über 400 Künstler:innen an verschiedenen Spielorten statt. Mit der Halle 5 konnte für die Dauer des Festivals eine einmalige und exklusive Spielstätte auf dem Spinnbaugelände erschlossen werden, die nach dem Festival voraussichtlich wieder industriell genutzt wird. Das Festivalzentrum im Spinnbaugarten wurde von den Besucher:innen sehr gut angenommen und hat Ideen für eine künftige Nutzung angestoßen zum Beispiel für kleinere Sommertheaterformate.
THEATER DER WELT ist ein Festival des deutschen Zentrums des Internationalen Theaterinstituts e.V. (ITI) und wird seit 1981 alle drei Jahre an eine andere deutsche Stadt vergeben. Zur aktuellen Ausgabe in Chemnitz sagt ITI-Präsidentin Yvonne Büdenhölzer: „Theater der Welt hat in Chemnitz eindrucksvoll gezeigt, dass jede Ausgabe des Festivals ihre ganz eigene Geschichte schreibt – geprägt von der Stadt, ihren Menschen und den künstlerischen Perspektiven, die hier zusammenkommen. Die internationale kuratorische Zusammenarbeit mit neun Kurator:innen hat die Vielfalt der kuratorischen Praxis sichtbar gemacht und gezeigt, wie bereichernd Vielstimmigkeit und Dialog für die darstellenden Künste sind. Es war ein Fest mit und für Chemnitz."