22. - 28.06.25
jederzeit zu besichtigen
Eröffnung: Samstag, 21.06. 16 Uhr, Treffpunkt Lokomov
Ort: Zietenstraße Ecke Jakobstraße
Der Klub Solitaer e.V. organisiert im Rahmen der europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 das Residenzprogramm Dialogfelder. Dafür werden dreimal internationale Künstler:innen eingeladen, jeweils sechs Wochen in Chemnitz zu leben und zum Thema Gunst zu arbeiten.
Seit dem 19. Mai sind Katariin Mudist (Tallinn, Estland) sowie das Künstler:innenduo Marie Donike und Johannes Specks (Köln) auf dem Sonnenberg zu Gast. Sie wohnen hier, lernen die Stadt kennen, treffen Menschen aus Chemnitz und entwickeln neue künstlerische Ideen. Begleitet werden sie vom Chemnitzer Künstler und Keramiker Viet Phuong Nguyen (TIEV), welcher eine eigene künstlerische Reaktion entwickelt. Nun werden die Ergebnisse des Residenzprogramms in Form künstlerischer Interventionen präsentiert.
Katariin Mudist
Passby
2025
Katariin Mudist (geb. 1994) ist eine estnische Künstlerin, die sich mit der Vielschichtigkeit der Menschheit und ihren Erscheinungsformen in unserer sozialen Welt beschäftigt. In ihren Arbeiten verbindet sie Humor und Ironie, um gesellschaftliche Normen, Wertesysteme und Materialität zu untersuchen.
Während ihrer Residenz beschäftigt sich Katariin mit den Bewohner:innen des Sonnenbergs. Heimlich und bisweilen voyeuristisch beobachtet sie die vorbeiziehenden Menschen und dokumentiert sie in diesen flüchtigen und unscheinbaren Momenten. Darauf basierend formt sie später kleine Tonfiguren, die einem Brettspiel entsprungen sein könnten.
„Die Arbeit reflektiert über Präsenz, Repräsentation und kollektive Identität und verwandelt alltägliche Begegnungen in ein spielerisches Archiv des gemeinsamen Raums. Ich interessiere mich dafür, wie wir andere sehen, wie wir gesehen werden und wie diese kurzen Eindrücke die Struktur eines Ortes bilden.“
Dabei widmet sie sich ganz bewusst dem Alltäglichen, dem Unspektakulären, und versucht sich so der Essenz des Sonnenberges anzunähern, welche den Stadtteil ausmacht: seinen Menschen. Mit der Zeit werden diese ihr bisher Fremden immer vertrauter, und sie setzt ihnen damit ein feinfühliges Denkmal – eines, das die Grenzen zwischen Portrait und Abstraktion verwischt und es ermöglicht, dass sich Individuen vielleicht wiedererkennen, aber auch das Feld für eine kollektive Erfahrung geöffnet wird.
Weitere Informationen:
www.instagram.com/dialogfelder
www.dialogfelder.de